Die Konsum Kolumne


Die Konsum KolumneKONSUM – ein sehr präsentes Thema und ein großes Wort. Am Konsum sind viele Seiten beteiligt – in der Mode beispielsweise sind das die Designer bzw. Modelabels, die Baumwollpflücker, die Rohstofflieferanten, die Politik, die Medien und natürlich wir als Kunden. Tendentiell ist Konsum eher negativ belastet – und doch ist er positiv für die Wirtschaft und die die Unternehmen. Doch wie sieht es mit uns aus? Was bringt uns Konsum? Konsumieren wir zu viel? Warum ist Konsum eigentlich schlecht? 

Das ganze Konsumthema ist bei mir aufgekommen, als ich die guten Vorsätze fürs neue Jahr definierte. Neben mehr Sport, ein paar Kilo verlieren, Paleo Ernährung ausprobieren, habe ich für 2015 einen zusätzlichen Punkt auf meiner Liste  – weniger und bewusster Einkaufen. Warum? Dies hat viele positive Nebeneffekte: der Geldbeutel ist nicht immer leer und man kann endlich mal etwas sparen, was für die Zukunft wichtig ist. “Geld auf dem Konto” ist also mein neues Credo – statt wie Carrie in Sex & the City sagte “mein Geld ist im Kleiderschrank, wo ich es sehen kann”. Ich bin der Meinung ich habe jetzt mal genug. Statt immer mehr und mehr haben zu wollen, will ich nun mal mit dem zufrieden sein was ich habe. Ich bin nämlich der Meinung dass wir als wohlhabende Gesellschaft sowieso von allem zu viel haben. Denn dringend brauchen wir Nichts, alle Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken Schlafen sowie materielle, soziale und berufliche Sicherheit sind auch gegeben. Alles andere ist Luxus.


UNSERE GESELLSCHAFT IST ÜBERSÄTTIGT – WIR BRAUCHEN NICHTS !


Ich habe genug Socken, Strumpfhosen, T-shirts, Pullies, Jeans, Jacken und natürlich Schuhe. Von denen habe ich definitiv genug. Ich habe mir zwar immer gesagt, “man kann nie genug Schuhe haben”, doch eigentlich ist das nur ein doofer Spruch, mit dem man mal wieder seine unkontrollierten Käufe rechtfertigt. In Wirklichkeit konnte man sich nur nicht beherrschen, da ein rotes Sale Tag an den Schuhen hing und diese um 50% reduziert waren. Von 300 Euro auf 149 Euro – was bei 3 Salekäufen addiert auch schon wieder über 400 Euro sind. Gespart hat man leider nur im Kopf, das Bankkonto sagt das Gegenteil.

Sogenannte Must-Have Items – gibt es ja auch noch. Ein weiterer Grund zum Konsum. Medien, wie Magazine und Blogs, preisen Produkte als Must-Have-Items an was oft bei Lesern ein “das muss ich unbedingt haben”, hervorruft. Das kleine Schwarze, eine Birkin, das ultimative weiße Hemd, eine Chanel Kastenjacke, einen grauen Cashmere Pullover, die perfekte Lederjacke etc.. Wo führt das nur hin? Ich bin nun in meinen Zwanzigern und selbst ich überlege mir, wie das nun weitergehen soll? Wie wird das erst wenn ich mal 40 bin? Brauche ich dann statt einem Schrankzimmer eine ganze Schrankwohnung? Mein Kleiderschrank ist voll, so voll, dass aus den Schubladen Schals quellen und eine Tür lässt sich sogar nicht mehr schließen. Damit muss jetzt Schluss sein. Ich muss aufhören, immer zu denken dass ich dieses oder jenes noch brauche. Wenn man meinen Schrank anschaut wird jedem normal Denkenden klar, ich brauche nichts.

Beim Aufräumen meines Schrankes sind mir sogar Teile in die Arme gefallen, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich die besitze. Oft muss man etwas unbedingt haben und nach ein paar Wochen liegt es vergessen hinter einem Schuhkarton vergraben – traurig.


“ICH BIN JETZT SALE – KÄUFER. UND DU?”


Die Lösung scheint zu sein, dass man nichts mehr kauft, doch das wäre nun auch wider meiner Natur. Ich bin ja immerhin eine Frau, die zudem noch Modejournalistin und Bloggerin ist. Von mir erwartet man ja, dass ich immer die neusten Modeaccessoires trage, die neuesten Trends direkt auf der Straße präsentiere und immer weiß was gerade auf den Laufstegen angesagt ist. Und ich kann ja nicht über etwas berichten, dass ich nicht selbst zumindest mal gesehen oder getragen habe – Stichwort “kaltes Portrait”. Im Journalismus bedeutet das ein Portrait über eine Person zu schreiben, die man nie getroffen hat. Ich fand das immer sinnbefreit, denn wie soll man wissen wie eine Person wirklich ist, wenn man sich nie gegenüber saßö? Ich finde es deshalb wichtig, dass man über etwas schreibt, das man wirklich erlebt hat. Alle Posts, Bilder und Artikel sind von mir – da ist Konsum eben vorprogrammiert. Doch ich habe nun für mich einen Weg gefunden, wie ich meinem Beruf gerecht werden kann und gleichzeitig Schwarze Zahlen auf meinem Konto verbuchen kann.

Was ist nun mein genauer Plan? Im Januar habe ich den SALE in vollen Zügen mitgenommen, doch sobald die roten Schilder weg sind, bin auch ich weg. Ich habe mir vorgenommen dieses Jahr nichts mehr regulär zu kaufen. Es gibt zwei Sales im Jahr – Januar und Juli und das sind die Monate, in denen ich nun einkaufe. Punkt. Erinnert mich etwas an die Muschelregel, die besagt, dass man keine Muscheln essen soll in den Monaten ohne R am Ende. Und ich kaufe nur noch in den Monaten mit J. Ganz easy zu merken also.


! KLASSIKER STATT TRENDS !


Nun mein zweiter Punkt: Trends. Ich habe sämtliche Trends mitgemacht, ob es die Buffalo Plateau Schuhe waren, Gangsta Baggies, Schlaghosen und Colour Blocking. Mein Fazit – 90% der Trends sind unnötig. Ich weiß als Modejournalistin lehne ich mich damit sehr weit aus dem Fenster, doch ich persönlich setze nun mehr auf klassische Stücke, von denen ich mehr als nur ein paar Wochen etwas habe. Ich will meinen Kleiderschrank länger tragen und somit bewusster und nachhaltiger Mode konsumieren. Mit Fast Fashion will ich nichts mehr zu tun haben. “Slow Fashion statt Fast Fashion” ist das Stichwort. Ich möchte qualitativ hochwertige Produkte kaufen, die lange halten und die ihr Geld wert sind. Bei Fast Fashion Firmen wie H&M, Primark und Zara habe ich noch nie wirklich ein qualitativ hochwertiges Teil bekommen. Nach fünf bis zehn Wäschen kann man die Kleidung zum Putzen nehmen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Säume gehen auf, die Farbe verblasst und Applikationen lösen sich und fallen ab. Dafür lohnt es sich nicht Geld auszugeben, auch wenn es wenig Geld ist. Viele kleine Ausgaben ergeben kumuliert auch einen großen Batzen.

Ich werde mich nun öfter fragen: Brauche ich das wirklich unbedingt? Oder ist es nur das 10. Teil, dass so ähnlich aussieht wie…? Wenn ich ehrlich mit mir bin, wird bei 95% die Antwort “NEIN” sein. Bei Schuhen fällt es mir immer wieder auf, dass ich zu den selben Sachen greife, die ich schon längst habe. Glitzer, Gold und Silber ziehen einfach mich magisch an. Ich habe für mich beschlossen: Ich brauche keine weiteren Glitzer Sandalen, keine schwarzen Pumps, auch keine Ugg Boots, nur weil sich die Farbe von Saison zu Saison verändert hat. Bei mir wird nun aus den Sachen die ich habe wild kombiniert . Da findet sich bestimmt etwas, nackt musste ich jedenfalls noch nie auf die Straße.

Ob ich nun die nächsten Monate ohne Mulberry, Moschino, Miu Miu & Co. durchhalte? Kann man auch in die Shops ohne was zu kaufen? Wen ich damit vielleicht noch bekehren kann? Was mir in der nächsten Zeit mit meinem neuen Kaufverhalten alles passiert bzw. auffällt und ob ich mit der Methode endlich spare?

Mehr von der Konsum Kolumne gibt es bald // stay tuned…

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One thought on “Die Konsum Kolumne

  • Stil-Box

    Hey Vanessa,

    erst einmal schade, dass es mit uns im Januar nicht geklappt hat. Aber ich hoffe, dass ich vor dem Sommer es noch mal schaffe!

    Ich musste gerade voll schmunzeln, als ich diesen Post und Deine guten Vorsätze gelesen habe!! 😀 Ich habe total ähnliche Gedanken und Vorsätze – siehe hier: http://stil-box.net/vorsaetze-2015-22/ und bin da total Deiner Meinung.

    Ich denke, Du musst Dir keine Gedanken machen, dass Du als Modejournalisitin jedem Trend folgen “musst”. Deinen eigenen Stil hast Du, auch ohne immer neue Teile kaufen zu müssen. Deine Idee, nur im Sale hochwertige Sachen zu kaufen, finde ich auch prima! Eigentlich müsste ich das so auch machen! Aber mein Vorsatz ist, nur etwas neues anzuschaffen (auch Make-up, Kosmetik), wenn ein Produkt leer ist oder ich wirklich ganz dringend etwas neues brauche, weil das alte kaputt gegangen ist.

    Außerdem ist Dein Argument mit dem “Sparen” auch total gut und richtig. Ich hätte letztes Jahr auch gerne eine Chloé-Tasche gahabt oder ein die chicen Chanel-Schuhe – ABER, wie Du weißt, hatten die eigenen vier Wände vorrang und dann ist es mir auch nicht mehr ganz so schwer gefallen. Wenn man ein Ziel hat, dann fällt das sparen auch viiiel leichter.

    Aber, chapeau, wie Du der Versuchung direkt ein paar Häuser von Dir wiederstehen kannst 😉 😉 Für mich wäre es Kasteiung.

    Liebe Grüße und bis hoffentlich bald (wann bist Du mal wieder im Lande?)
    Anna